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Frauenpower überwindet Grenzen – motivierende Projektergebnisse

Bei der Integration in eine neue Gesellschaft erleben Frauen im Vergleich zu Männern oft besondere Herausforderungen: Neben dem eigenen beruflichen und sozialen Vorankommen fällt ihnen häufig die Hauptverantwortung etwa bei der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen zu. Dabei müssen sie sich oft in der Frage „Kind oder Karriere?“ entscheiden bzw. bei der Selbstverwirklichung zurückstecken.

Das EU-geförderte Erasmus+-Projekt  „Hubs for Entrepreneurs from Rural Areas“ (HERA) mit solaris FZU als deutschem Teilnehmer sowie das nationale Integrationsprojekt  „Netzwerk & Mentoring von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund durch Rollenvorbilder PROFIL+ Nach der Reise ist vor der Reise (Phase 3)“ in Trägerschaft von solaris FZU wollen dem entgegenwirken, was vorgestern auf der Multiplikatorenveranstaltung beider Vorhaben deutlich wurde.

Etwa 60 Gäste, rund 80 Prozent davon mit Migrationshintergrund, waren in den solaris-Turm gekommen, um sich über die Ergebnisse beider Projekte zu informieren. Weitere 15 Vertreterinnen ausländischer Partnerorganisationen waren per Videochat zugeschaltet. „Wir haben vor etwa drei Jahren mit fünf Frauen angefangen, heute sind wir etwa 60 im Netzwerk“, berichtete PROFIL+-Projektleiterin Graziela Hennig. Das im Projekt aufgebaute Netzwerk von Frauen mit Migrationshintergrund aus Chemnitz und Umgebung trifft sich regelmäßig, um nach dem Mentoring-Prinzip Wissen und Kontakte auszutauschen sowie sich bei der Aneignung von Fähigkeiten, die dem persönlichen Vorankommen dienen, zu unterstützen.

Im Projekt HERA wurden unter anderem eine Online-Plattform und ein Leitfaden entwickelt, die insbesondere, aber nicht nur Frauen beim unternehmerischen Handeln mit wichtigen Hinweisen und Anregungen zur Verfügung stehen.

In der Podiumsdiskussion berichteten Unternehmerinnen, Angestellte und Politikerinnen von ihren Erfahrungen mit dem Spagat zwischen Kind, Karriere und Eigenentwicklung und teilten Hinweise und Anekdoten, wie es gelingen kann und dass man sich von Fehlern nicht entmutigen lassen sollte. Persönliche Berichte aus dem Publikum unterstrichen diese Grundhaltung, das Gesagt konnte beim abschließenden Netzwerken in lockerer Runde noch vertiefend diskutiert werden.

Dank beider Projekte ist nun eine wichtige Basis für das Vorankommen von Frauen in Chemnitz, Deutschland und Europa gelegt, die in den Projekten entstandenen Werkzeuge können als wichtige Hilfsmittel dienen, um dieser Entwicklung eine langfristige Perspektive zu geben.