Abgesehen davon sind die Interessen von Minderjährigen manchmal sehr kurzlebig. Ist ein echtes Tattoo einmal gestochen, kann es wenn überhaupt nur sehr aufwändig wieder entfernt werden. Und welche Langzeitfolgen die Farbe unter der Haut verursacht, ist auch noch nicht abschließend geklärt.
Eine Option kann hier die sogenannte Henna-Malerei sein. Der Henna-Strauch wächst besonders in warmen Gegenden, in seinen Blättern ist Farbstoff enthalten. Daraus kann eine tättowiergeeignete Paste hergestellt werden, die außen auf die Haut aufgetragen wird und mit vergleichsweise geringem Aufwand bei Bedarf wieder entfernt werden kann.
Wie das geht, haben 10- bis 12-jährige Kinder diese Woche in einem zweitägigen Sommerferienprogramm der solaris Jugend- und Umweltwerkstätten ausprobiert. Zunächst lernten Sie etwas über den Hintergrund der Henna-Malerei kennen und welche Risiken es birgt, gekaufte Paste zu verwenden (etwa Hautreizungen bis hin zu Allergien). Anschließend erdachten sie eigene Tattoomotive, bevor sie sich unter Anleitung des pädagogischen Fachpersonals daran machten, die Paste selbst herzustellen.
Dabei lernten sie den Einfluss von Komponenten wie Zucker oder Minz-Öl kennen und experimentierten mit verschiedenen Dosierungen der eigenen Zutaten und wie diese sich auf das spätere Ergebnis auswirkten. Mit einem Tuch konnten etwaige Fehler oder suboptimale Stellen umgehend entfernt und korrigiert werden. So konnten sie erstmals auf Tuchfühlung mit dem Tättowieren gehen, ohne dabei gleich eine teure, schwerwiegende und langfristige Entscheidung treffen zu müssen.





