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Hält sie oder fällt sie? Nervenkitzel beim Papierbrückenwettbewerb

Was können 300 g Papier und Klebstoff auf einer Spannweite von 50 cm für ein Gewicht halten? 32 Teilnehmer/innen des jährlichen Junior-Brückenbau-Wettbewerbs der solaris Jugend- und Umweltwerkstätten zeigten gestern auf beeindruckende Art und Weise mit ihren Konstruktionen, wie tragfähig derartige Brücken sein können.

Nach eigenen Angaben beanspruchte die Herstellung der Brücken seitens der Teilnehmer/innen zwischen zwei Stunden und mehr als vier Wochen. Zwar zeigte sich generell, dass die Brücken umso tragfähiger waren, je mehr Zeit bei der Konstruktion verwendet wurde - Zeit allein war jedoch nicht der maßgebende Faktor. Ob flach, stufenförmig, verziert oder ausschließlich auf Funktionalität beschränkt - schon das Design der Brücken zeigte auf beeindruckende Weise, wieviele Wege zum Ziel führen können.

Bereits am Einlass galt es, die erste Hürde zu überwinden: Die Brücke wurde vermessen und gewogen, um sicherzustellen, dass sie den ausgeschriebenen Regularien entspricht. Bereits hier mussten einige aussortiert werden, durften aber außer Konkurrenz mitlaufen, um die erbrachten Aufwände der Schüler/innen zu würdigen. Dann wurden die Brücken Runde für Runde für Runde mit mehr Gewicht belastet (beginnend bei 2,5 kg), solange, bis sie der Last nachgaben.

Beinahe jedes Knacken wurde vom Publikum mit bangem "Oh" und "Ah" kommentiert, gefolgt von enttäuschtem Seufzen oder erleichtertem Jubeln - je nach Ausgang. Sogar einige Eltern bzw. Betreuerinnen aus der Schule fieberten mit ihren Schützlingen im Alter von 7 bis 12 Jahren mit, was denen zusätzliche Motivation verlieh.

Die stabilsten Konstruktionen wurden dieses Mal alle von Viertklässlern des Sonderpädagogischen Förderzentrums "Johannes Trüper" angefertigt. Dort war "Brückenbau" ein Thema im Sachkundeunterricht. Um die erlernte Theorie in der Praxis zu testen, motivierte die zuständige Schulsozialarbeiterin die Schüler/innen, sich selbst am Papierbrückenbau zu versuchen und dem Wettbewerb zu stellen. Von den sechs eingereichten Brücken belegten drei die vordersten Plätze, wobei die stabilste einer Traglast von 25 kg standhielt - herzlichen Glückwunsch!

Zum zwölften Mal in Folge wurde der Wettbewerb von der Ingenieurkammer Sachsen unterstützt, die in Person von Frau Dr.-Ing. Gunhild Nitzsche die Preisgelder für die ersten drei Plätze übergab und alle Angetretenen motivierte, sich weiter in naturwissenschaftlich-technischen Dingen zu versuchen, sodass der Forscher- und Entwicklergeist eines Tages möglicherweise in den Ingenieurberuf münden könne.

Ein spannender Schülerwettbewerb, der Lust auf mehr macht!