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Wettflug zum Mond

Der Mond hat die Menschen vom Anbeginn der Zeiten fasziniert. Ohne den Mond wäre das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, nicht möglich. Allerdings er ist auch mehr als je zuvor im Fokus geopolitischer Interessen. Zeit, sich um den Mond Gedanken zu machen, nicht zuletzt aufgrund verschiedener wichtiger Mond-Termine in dieser Woche.

Letzte Mondfinsternis bis 2022
In Deutschland ist am 16. Juli 2019 ein besonderes Himmelsereignis zu beobachten – eine partielle Mondfinsternis. Zwischen 22.00 Uhr und 01.00 Uhr liegen Teile des Erdtrabanten im Kernschatten der Erde und der Mond wird rötlich am Himmel erscheinen. Der nächste Blutmond kommt bestimmt. Aber wir müssen uns gedulden. Denn in dieser Nacht wird es die letzte von Mitteleuropa aus gut sichtbare Mondfinsternis bis zum Mai 2022 sein.

Kosmonaut ärgere dich nicht
Die Mondfinsternis findet unmittelbar vor dem 50. Jahrestag der ersten Mondlandung statt. Am  21. Juli 1969  betrat US-Astronaut Neil Armstrong mit den Worten „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit" als erster Mensch den Mond.  500 Millionen Menschen verfolgten damals die Apollo-Mission gebannt am TV. USA und Sowjetunion befanden sich in jenen Jahren in einem Wettstreit um die ersten Erfolge bei der Eroberung des Weltraums. Der Kalte Krieg fand auch im All statt und dieser Etappensieg ging anders als viele zuvor an der UdSSR vorüber. Insofern ist der Titel des Spiels "Kosmonaut ärgere dich nicht (Wettflug zum Mond)", das bereits 1964 im DDR-Jugendbuch Kosmonautenfibel erschien, aus heutiger Sicht visionär, denn entgegen der damaligen Erwartung eroberte kein sowjetischer Kosmonaut als erster Mensch den Mond. Das Deutsche SPIELEmuseum in Chemnitz hat das analoge Brettspiel "Kosmonaut ärgere dich nicht" übrigens neu aufgelegt. Wer beim Spielen weniger auf Würfelglück und mehr auf Faktenwissen setzen will, dem sei folgendes Online-Quiz empfohlen.
 

Der neue Wettlauf zum Mond
Wem gehört der Mond? Auch wenn man sich bereits vor der ersten bemannten Mondlandung im Jahr 1967 international geeinigt hatte, dass der Mond keinem Staat auf der Erde gehört, flatterte die US-Flagge 1969 dort kurz im Sonnenwind. Damals ging es um ein weltweit sichtbares Symbol im Kalten Krieg. Ein halbes Jahrhundert später hat längst ein neuer Wettlauf zum Mond begonnen. Inzwischen planen nicht nur zwei, sondern viele Wettbewerber wie USA, China, Russland, Europas ESA-Nationen, Israel oder auch private Unternehmen einen neuen bemannten Flug zum Mond. Längst haben wirtschaftliche Interessen wie weltallgestütztes Internet, Rohstoffabbau oder Weltraumtourismus nicht nur den Mond, sondern den gesamten nahen Weltraum als Ort zum Geldverdienen im Fokus. Aber auch militärische Weltraumkommandos sind neu im Gange. Denn das zivile Leben auf der Erde ist von immer mehr Technik im All abhängig. So könnten kriegerische Angriffe auf Weltraumsatelliten die Verkehrsinfrastruktur, Stromnetze oder den bargeldlosen Zahlungsverkehr der Staaten gefährden.

Der Mond und wir
Auf unterhaltsame Weise zeigt eine Webreihe von ARTE-Trickfilmen unter dem Titel „Der Mond und wir“, wie wir Menschen mit dem Mond leben, ihn verstehen, beobachten und bewohnen wollen. Die Videos sind hier noch bis 31. Januar 2020 online verfügbar.

Spielplan "Kosmonaut ärgere dich nicht" als PDF
(bearbeiteter DSM-Nachdruck mit Signet Sigmund Jähn)