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Wie mehr Frauen unternehmerisch tätig werden können

Frauen verrichten weltweit 66% der Arbeit, produzieren 50% der Nahrungsmittel, verdienen aber nur 10% des Einkommens und besitzen nur 1% des Eigentums. Außerdem sind über 70% der Armen in der Welt weiblich. Frauen üben in der Regel schlechter bezahlte Tätigkeiten aus und arbeiten oft in unsicheren Umgebungen.

Unter anderem solche Befunde sind es, die das von der Europäischen Union geförderte Erasmus+-Projekt  Hubs for Entrepreneurs from Rural Areas (HERA) hervorgebracht haben, um dagegen anzukämpfen bzw. für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Im Projekt organisieren Einrichtungen aus Rumänien, Italien, Kroatien Trainings für Frauen zur Entwicklung unternehmerischer Fähigkeiten und Kompetenzen im sozialen Umfeld, in dem sie leben und arbeiten bzw. nehmen an solchen Trainings teil - für Deutschland ist solaris FZU dabei.

Beim zweiten Projekttreffen Anfang Juni lernten die 20 Teilnehmerinnen, wie Frauen ihre Unternehmen in einem dafür ungünstigen Umfeld weiterentwickeln können. Im Mittelpunkt standen dabei die eigenen Erfahrungen der Teilnehmerinnen, aber auch die Ursachen der Hürden, mit denen Frauen täglich konfrontiert sind - siehe die eingangs benannten Statistiken. Die Diskussionen förderten tief vererbten und verwurzelten Sexismus in Schulen und Familien als eines der häufigsten Beispiele zutage. Insofern wurde die Diskussion auf den Einflussbereich der Erziehung und Bildung junger Menschen ausgeweitet, um mit antiquierten Rollenbildern und Vorurteilsstrukturen aufzuräumen. Außerdem ging es darum, wie sich Frauen in einer zunehmend technikdominierten Welt zurechtfinden und dies für ihr Unternehmen produktiv nutzen können.

Kira aus Ungarn - derzeit im  Europäischen Solidaritätskorps bei solaris FZU tätig - war dabei und schildert hier ihre Eindrücke: "Als eine junge Frau, die aus einem historisch sehr konservativen und patriarchalischen Land kommt, war es für mich überraschend zu sehen, dass diese Art von Problemen immer noch in fast jeder modernen Gesellschaft vorhanden ist. Aber es war erfrischend zu erfahren, dass es viele Menschen gibt, die diese Art des Denkens ändern wollen."

So konnte jede der Teilnehmerinnen etwas aus dem Treffen in ihr Heimatland mitnehmen und ist um Erfahrungen und Werkzeuge reicher, die eigene Situation und die anderer Frauen verbessern zu können.