EXPLORE+

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EXPLORE+ fördert Kooperationen von Schul- und Kulturpädagogen, um neue, interdisziplinäre und kreative Lernformen zu entwickeln. Multimediale und partizipative Ansätze werden wichtige Bestandteile des Konzepts. Neugier und Kreativität junger Europäer*innen werden in einem interdisziplinären Umfeld angeregt. Es entstehen neue Lernmethoden und Kompetenzen des sozialen Lernens und kritischen Denkens und sie werden interdisziplinär, z.B. in der MINT-Bildung, angewendet (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

Hauptziel des Projektes ist es, Heranwachsenden neue innovative Arbeitsmethoden und kreative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen Europas zu ermöglichen. Den heutigen Phänomenen der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse, der Desinformation und fortschreitender Bildungsfeindlichkeit wird entgegengewirkt. Die Herausforderungen für den sozialen, ökonomischen und ökologischen Zusammenhalt in Europa erwachsen aus Zukunftsangst, sozialer Isolation und Erwartungsdruck, aus Vorurteilen oder mangelnder Medienkompetenz.

In dem Projekt werden Bildungs-, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schulen, Museen und Kommunen, die „Kulturhauptstädte Europas“ waren, sind oder sein werden, partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Zielsetzung:

  • nutzbringende Kooperationen von Bildung, Kulturraum und Zivilgesellschaft zu entwickeln und zu erproben
  • die Erneuerung formaler Lernprozesse durch „Kreative Erkundung“ und Interdisziplinarität zu fördern
  • Lernende mit einer nachhaltigen Mischung aus Kreativität und MINT-Kompetenz auszustatten
  • pädagogische Methoden der fruchtbringenden Kooperation zwischen Schul- und Kulturpädagogen zu etablieren
  • eine Partnerschaft zwischen Bildung, Kultur und Gesellschaft aufzubauen
  • nachhaltige Entwicklung durch partizipative Mitwirkung europäischer Bürgerinnen und Bürger zu fördern

Projektmethodik: Lernaktivitäten, Studienbesuche, interdisziplinäre und multimediale Ausstellungen, Konferenzen, Messen sowie verschiedenen Toolkits.

EXPLORE+ möchte 150 Lernende und 80 Schul- und Kulturpädagogen einbeziehen, die an der Entwicklung der Methodik und allen zugehörigen Aktivitäten mitwirken. Das Projekt trägt zur Lösung fachlicher und sozialer Defizite junger Menschen bei und ermöglicht ihnen innovative Lösungen, um eigene Zukunft auch nach der COVID-19-Pandemie zu gestalten. Die Aktivitäten beziehen Akteure der Zivilgesellschaft, der Bildung, der Wirtschaft, der Kultur und des ganzen Umfeldes ein, aus dem die Teilnehmenden stammen. Neugier, Kreativität, kritisches Denken oder interdisziplinäre MINT-Bildung sind geeignete Mittel, um das nachhaltige Europa zu entdecken.
EXPLORE+ ist ein kreativer Anfang. Lassen Sie uns gemeinsam zu Entdecker*innen werden!


Projektergebnisse

Webseite des Projektes


Aktuelles

In der ersten Online-Session am 09. August 2021 konkretisierten die beteiligten Partner ihre Ziele und Werte in Bezug auf die Zusammenarbeit im Projekt und lernten einander näher kennen, um die jeweiligen Stärken optimal zur Geltung bringen zu können.

Das erste Präsenztreffen fand dann am 21. und 22. Oktober 2021 unter Gastgeberschaft von solaris FZU in Chemnitz statt. Gemeinsam verständigten sich die Partner dazu, wie die Ziele des Projektes erreicht werden können. Angestrebt werden die Entwicklung und Anwendung von Lernmethoden, die Erprobung von MINT-Bildungsaktivitäten, die Konzeption eines Handbuchs (Toolkit) und eines offenen Online-Kurses (MOOC), einer Multiplikatorenveranstaltungen (Science Fair) sowie einer internationalen Konferenz.
Dazu sollen Wissen und Werkzeuge für Schul- und Kulturpädagoginnen und -pädagogen aus den beteiligten Ländern entwickelt und erprobt werden, wobei jedes Land frei in der nationalen Umsetzung ist. Mit seinen Einrichtungen der außerschulischen Kinder- und Jugendbildung verfügt solaris FZU hier über umfangreiche Möglichkeiten, etwa im Bereich Technik/Umwelt/Nachhaltigkeit ( solaris Jugend- und Umweltwerkstätten), Kreativität ( Chemnitzer Kunstfabrik) oder Raumfahrt ( Erlebnispädagogisches Zentrum im Küchwald). In Lettland beispielsweise wird derzeit der Bereich der Weltraumforschung für junge Menschen erfahrbar gemacht, indem Space Center errichtet und weitere Lernstationen für Kinder und Jugendliche zum Thema aufgebaut werden.

Bei einem Studienbesuch im portugiesischen Faro vom 07. bis 09. März 2022 erkundete die Projektgruppe einige kulturelle Spuren des Ortes an der Algarveküste. So verschafften sie sich einen lebendigen Eindruck vom Projekt „Culatra 2030“, bei dem auf der gleichnamigen Insel Fischerboote und Wohnhäuser mit Solarpanels ausgestattet werden, oder besuchten das Museu Zero – eine frühere Essensfabrik, die nun zum Museum für mediale Kunst umfunktioniert wird und ein alternativer Raum für Künstler*innen und andere kreative Menschen werden soll. Weitere Aktivitäten wie Schulbesuche, eine Stadtteil-Rallye oder Informationsvorträge sowie die anschließenden Diskussionen förderten neue Ansätze dafür zutage, Kultur sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.

Beim Projekttreffen in Cēsis (Lettland) vom 11. bis 15. April 2022 drehte sich alles um das Thema Raumfahrt, das dort zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit diesem inhaltlichen Aufhänger probierten die Teilnehmenden verschiedene Methoden daraufhin aus, inwiefern sie sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eignen. Das Erstellen von ansprechenden Infografiken über den Raumflug Apollo 11, das Programmieren von „Moon Rover“-Robotern oder das Erstellen von handgefertigten Weltraumraketen, die später mit Druckluft in die Luft geschossen wurden, sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Aktivitäten. Dadurch lernten die Pädagog*innen und Studierenden nicht nur, wie sie Mathematik, Physik, Programmieren und Informatik ansprechend unterrichten können, sondern auch noch gleichzeitig etwas über Raumfahrt und sogenannte Soft Skills, z.B. Präsentationstechniken.

Der Studienbesuch in Chemnitz vom 18. bis 20. Mai 2022 stand dann ganz im Zeichen der Kinder- und Jugendbildung und wie man die verschiedenen Interessen junger Menschen gewinnbringend für die Gesellschaft fördern kann. Dazu durften die Projektteilnehmenden bei einer Tour durch die Einrichtungen von solaris FZU und das Deutsche SPIELEmuseum teilweise selbst in die Rolle von Kindern und Jugendlichen schlüpfen und die Angebote aus erster Hand erleben.

Das Partner-Meeting am 27. und 28. Juni 2022 im portugiesischen Faro diente dazu, unter Regie des Projektträgers solaris FZU zur Hälfte der Zeit Bilanz zu ziehen und den Kurs bzw. die Aufgaben für die zweite Hälfte abzustecken und Zwischenergebnisse auszutauschen. So wurden etwa Veröffentlichungen über das Projekt einschließlich der zugehörigen Webseite festgehalten und auf dieser Basis die nächsten Schritte diskutiert. Ein interessanter Ansatz ergab sich beispielsweise seitens des portugiesischen Partners Agrupomento de Escolas Pinheiro e Rosa: Inspiriert von den bisherigen Aktivitäten des Projekts Explore+ entstand ein schultaugliches Format, mit dem ein Zugang zur Naturwissenschaft über die Kunst geschaffen wird.

Im weiteren Projektverlauf geht es nun etwa darum, die Struktur eines Lernmaterial-Sets für Lehrkräfte, Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen und weitere im Kultur- und Bildungsbereich tätigen Personen zu finalisieren. Außerdem wurden inhaltliche Entscheidungen zu einem interaktiven Lernkurs besprochen, der demnächst über eine entsprechende Plattform eingebunden werden soll. Das nächste Meeting im rumänischen Timisoara in 2023 wird dann auch gleichzeitig das letzte Präsenztreffen im Projekt sein. Dort soll Explore+ im Rahmen des Kulturhauptstadt-Programms der Stadt präsentiert werden und so ein breites Publikum erreichen.

 

Steckbrief

Projekt:  EXPLORE+ creative exploration of curiosity for innovative transdisciplinary, STEAM and social learning
Projektförderung: ERASMUS+ / KA227 (Partnerships for Creativity)
Projektdauer: 01.06.2021-31.05.2023
Projektträger: solaris Förderzentrum für Jugend und Umwelt gGmbH Sachsen, Chemnitz/Sachsen
Partner: Stadt Chemnitz - strategischer Partner als Kulturhauptstadt Europas 2025;
AGRUPAMENTO DE ESCOLAS PINHEIRO E ROSA (Faro, Portugal);
MUNICIPIUL TIMISOARA (Timișoara, Rumänien);
Friendly Appeal  Cēsis  State Grammar School (Cēsis, Lettland);
INSTITUTO LUSIANDA DE CULTURA (Faro, Portugal);
Cēsu novada pašvaldība (Cēsis, Lettland)

 

Graziela Hennig

solaris Förderzentrum für Jugend und Umwelt gGmbH Sachsen
Neefestraße 88, 09116 Chemnitz
49 371 - 36 85 856
+49 371 - 36 85 510

Beitrag zur Kulturhauptstadt

Das Projekt EXPLORE+ ist der Teil der Maßnahmen, mit denen sich Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 qualifiziert hat. Es findet sich im sogenannten  Bid Book (dt. Version Seite 110 und 113) und verfolgt das Ziel, europäische Partnerschaften im Bereich Erasmus+ / Schulbildung auf- und auszubauen.